Zeitlose Philosophie – oder Philosophie ihrer Zeit?

 

Platon, Seneca, Kant, Hegel, Nietzsche, Foucault - Freiheit, Wahrheit, Aufklärung, Bildung, Emanzipation, Autonomie, Moral oder Liebe? Viele Namen und Begriffe aus der Philosophie sind uns vage bekannt oder sogar geläufig. Einige verwenden wir mit großer Selbstverständlichkeit in unserem Alltag, ohne uns nähere Gedanken dazu zu machen.

 

Sie sich eingeladen auf eine Reise, in der wir uns großen Denkern und Denkerinnen in ihrem Wirken nähern, um ihren Spuren bis in unsere Zeit zu folgen.

 

Wir freuen uns darauf, Ihnen philosophische Impulse durch unterschiedliche Vorträge zu geben. Im Anschluss werden gemeinsam alte Fragen neu diskutiert.


Aufklärung und kantianische Moral

Sapere aude! - Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen!
Dieser berühmte Aufruf Immanuel Kants ist zu Zeiten großer Unsicherheit und politischen Wandels so aktuell wie in der Epoche seines Schaffens - der Aufklärung. Der von ihm entworfene kategorische Imperativ sollte Menschen unterstützen, Vernunft praktisch anzuwenden: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. Allgemein gefasst, könnte der kategorische Imperativ noch heute als Anleitung moralischer Lebensgestaltung dienen.

Dieser Abend gibt einen Einblick in Kants Wirken: Einerseits als Moralphilosoph, Kosmopolit, Vernunftkritiker und Aufklärer. Andererseits wird beleuchtet, inwiefern Kants Moraltheorie ausschließende und rassistische Elemente in sich trägt. Im Anschluss stellen wir uns gemeinsam die spannende Frage: Was ist Aufklärung?

 

S108002G11
Gifhorn, Wasserturm, Braunschweiger Str. 37a
Do., 15.2.18, 18.30 Uhr
3 UStd.
entgeltfrei
Judith Rickes, Soziologin

copyright: jiggo - fotolia.com
copyright: jiggo - fotolia.com

Afrika – Fenster zur Zukunft?

 

In Afrika begegnen sich Menschen offen und tolerant – so die Vision. Gleichzeitig gibt es Konflikte um die Entkolonialisierung des Kontinents. Kriege und Ausnahmezustände führen auf Dauer zur Erosion der liberalen Demokratie.

 

Der aus Kamerun stammende Philosoph Achille Mbembe lehrt Politik und Geschichte an der Universität Johannesburg. Er beschreibt die Zukunft der Demokratie im Sinne einer weltweiten und geteilten Verantwortung in Bezug auf alle Bewohnenden der Erde. So würden alle Menschen in guter Nachbarschaft leben. Er plädiert gegen Nationalismus und für eine neue Politik der Humanität. Lernen Sie ihn an dem Abend kennen!

 

Die Veranstaltung wird bei Interesse durch eine ca. einstündige Selbstlerneinheit über die Internetplattform Moodle ergänzt.

 

Gifhorn, KVHS

Di., 27.2.2018, 18.30 Uhr

3 UStd.

entgeltfrei

Erik Weckel, Politikwissenschaftler

Die Liebe und das Selbst

Der Andere in der Liebe ist in unterschiedlicher Literatur als Geheimnis, als Phantasma, als Zauber behandelt worden. Jemand, mit dem wir verschmelzen wollen, mit dem wir eins sein wollen. Die Liebe treibt uns auf den Anderen hin, will ihn erkennen und begreifen, was nie ganz gelingt.

Wie ist es heute, im Zuge der neoliberalen Flexibilisierung und der Optimierungsprozesse, in Zeiten von Konsumhaltungen und Narzissmus? Wollen wir in unsicheren Zeiten den Anderen als Gleiches sehen, seinem Anderssein zum Trotz? Diese und weitere Fragen sollen in Anlehnung an die Arbeiten von Hélène Cixous, Alain Badiou und Byung Chul Han aufgegriffen und diskutiert werden.


S108003G11
Gifhorn, Wasserturm, Braunschweiger Str. 37a
Do., 19.4.18, 18.30 Uhr
3 UStd.

Ann-Catrin Schwombeck, Universität Paderborn
entgeltfrei

Wahrheit und Wirklichkeit

 

Gibt es etwas, das wirklich wahr ist? An dieser Frage haben sich schon viele den Kopf zerbrochen. Die Auseinandersetzung mit der Frage ist nicht nur etwas für Philosophen. Wer der Frage einmal ernsthaft folgt, wird - vielleicht nach kurzer Panik - einen anderen Blick auf die Welt haben.

An diesem Abend werden verschiedene Sichtweisen auf die Frage der Wirklichkeit und dem Essentiellen vereinfacht präsentiert. Ferner sollen die Sichtweisen spielerisch und interaktiv mit anderen Teilnehmenden genutzt werden, um Alltagssituationen besser zu verstehen, zu meistern und zu entschärfen. Hier gibt es Philosophie zum Mit- und Auseinandernehmen.

 

S108001G11

Gifhorn, KVHS

Fr., 20.4.2018, 18.30 Uhr

3 UStd.

entgeltfrei

Helene Walter, Dozentin

Der Tanz von Kritik und Freiheit - Foucaults Idee der Selbstsorge

Work-Life Balance, Coaching, Stressbewältigung: unser Umfeld und die Medien fordern uns stetig auf, uns zu sortieren und für uns zu sorgen. Doch dafür müssen wir uns selbst reflektieren und ebenso als Teile der Gesellschaft begreifen.


Der französische Philosoph Michel Foucault benennt in diesem Kontext drei Achsen, die das Sein des Menschen in der Gesellschaft durchdringen: Wissen, Macht und Ethik. So werden wir stetig darin beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen und (be-) werten. Da Selbstsorge auch ein Akt der Autonomie, also der Selbstbestimmung ist, wird verständlich, warum Foucault sich auf die Suche nach Praktiken der Freiheit machte. Ist diese Suche nicht gerade in der heutigen Zeit von Bedeutung? Begriffe, die diesen Abend begleiten sind deshalb: Freiheit, Reflexion, Kritik, Kreativität und Mut.


S108004G11
Gifhorn, Wasserturm, Braunschweiger Str. 37a
Do., 31.5.18, 18.30 Uhr
3 UStd.
entgeltfrei

Judith Rickes, Soziologin